29. und 30.Oktober 2005 Musical "Boot Trip"
vom Jugendchor Hörsturz in der TV-Halle Nauheim
Witzige Namen, alte Klischees, eindeutige Anspielungen und kleine Gags würzten die Geschichte um einen verschwundenen Schmuckstein. Um ihn zu beschaffen, landen die beiden Ganoven auf einem Kreuzfahrtschiff und erleben zusammen mit der Besatzung und den anderen Passagieren einige Abenteuer.
Das "Hörsturz"-Team um Christina Astheimer, Mona Biebel, Ina Bundrock und Swen Poth hatte verschiedene kleine Geschichten zu einer Handlung verwoben. Da war der Schlagerproduzent "Pieter Dohlen", der mit dem ständigen Aufreißen neuer Schlagersternchen beschäftigt war und am Ende ins Hafenbecken stürzt. Oder die Landeier Vreni, Vroni und Franzi, die eine bezaubernde Version von "Country Roads" im Dirndl und sich später wie Phönix aus der Asche im Cocktailkleid mit "Hot Stuff" präsentierten. Die alternde Diva Gloria Parsley begleitete mit ihrem Blendax-Lächeln die ganze Aufführung und bekommt statt eines Bühnencomebacks den Mafiosochef als Mann. Und die "Kapitänin" darf kurz vor Schluss beim großen Happy End endlich ihre Trauung an den beiden Kleinganoven vollziehen.
"Boot Trip - Hörsturz rockt das Boot" hatte der Chor seine beiden Aufführungen betitelt. Alle der 17 Mitwirkenden kamen mit Solostücken zum Einsatz. Trotz zehnmonatiger Proben bewies das Ensemble damit viel Mut, denn Verstecken ging nicht. Jeder Darsteller hatte sein persönliches Mikrofon als "Head-Set" angepasst bekommen und war somit im ganzen Saal gut zu verstehen. An der technischen Ausrüstung hatte "Hörsturz" nicht gespart und sorgte so für einen einwandfreien Musikgenuss.
Der Gesangsnachwuchs zeigte damit wieder einmal allen Nauheimer Vereinen, dass es keine schlechte Akustik in der TV-Halle gibt, sondern nur Sparsamkeit bei der technischen Ausrüstung. Geiz ist da nicht geil, sondern völlig fehl am Platz. Nur so konnte die viele Arbeit an den Dialogen, Liedtexten und Choreografie dem Publikum richtig präsentiert werden. Und der lang anhaltende Applaus am Ende zeigte, dass es dem Publikum gefallen hat.
Eigentlich fast zu schade, dass es nur zwei Aufführungen gab. "Hörsturz" kann zwar fast alles, nimmt aber gerne auch Hilfe an. So waren die "Soundjumper", der Kinderchor des Gesangvereins "Frohsinn" Königstädten, beim Abstecher nach Hawaii mit von der Partie und Neicy Ackermann präsentierte sich als "Freiheitsstatue" mit dem Lied "New York, New York".