Unsere musikalische Begleitung! Gerd und Fred Blöser
unsere Dirigentin bringt alle in Schwung
Lieder erwecken Klangweg
Gesangverein Eintracht: Rund 60 Hobby-Sänger nehmen am Samstag an der musikalischen Wanderung teil, bei der die Vereinsmitglieder Wissenswertes über das Singen erzählen
NAUHEIM.Bericht aus dem Rüsselsheimer ECHO von Reiner Beutel
Der Gesangverein Eintracht hat am Samstag den Klangweg im Regionalpark mit Leben erfüllt.
Über 60 Mitglieder und weitere Sänger trafen sich dort zum ersten Nauheimer Klangweg-Singen. Die Initiatoren verbanden mit ihrer Veranstaltung die Hoffnung, mehr Menschen für den Gesang zu begeistern. Von dem guten Zuspruch schienen selbst sie überrascht. An den Wildschweinskulpturen, dem Entree des Klangwegs, trafen sich am Samstagnachmittag zahlreiche Mitstreiter. Freilich gehörten die meisten bereits einem Eintracht-Chor an. „Da sind aber auch einige Neue dabei“, freute sich Vorsitzende Marianne Schnittler.
An einem halben Dutzend Stationen auf dem Klangweg machten die Eintrachtler Halt, um ihrem Hobby zu frönen. Auch auf dem Spazierweg trällerten sie ein um das andere mal ein Liedchen. Einen Verpflegungskarren zogen sie mit. Wer wollte, konnte zwischendurch immer mal seine Stimme mit Getränken ölen und einen Imbiss zu sich nehmen. Zum Gelingen beigetragen haben Gerd und Fred Blöser, die den Gesang mit Akkordeon und Saxophon begleiteten.
Dass ein Spaziergang zum Singen animiert und dann besonders viel Freude bereitet, erklärte Eintracht-Dirigentin Silvia Tollkien im Gespräch mit dem ECHO. Es dürfe nicht zu kalt sein, sonst ziehe die Stimme rasch zu viel Luft. Die Stimmbänder reagierten wie ein Muskel. Und wie beim Joggen im Winter könnten sich diese auch verkühlen. Bei angenehmen Temperaturen wirke sich das Wandern eher vorteilhaft aus. „Das ist wie eine Endorphin-Ausschüttung“, verglich Tollkien den Effekt. Gerade das sei der Grund, warum im 18. und 19. Jahrhundert Wandern und Singen so eng miteinander verknüpft gewesen seien. Die Menschen hätten in der Natur in Erfüllung gefunden. Damals seien die meisten Wanderlieder entstanden, die heute noch beliebt seien. Selbst während des Wanderns hätten die Sänger ihre Strophen gereimt. „Wir tun etwas gemeinsam“ – dieses Gefühl sollte sich auch beim Klangweg-Singen einstellen, hoffte die Dirigentin. Für neue Interessenten sei es einfacher, zu einer bestehenden Gruppe hinzu stoßen, wenn diese sich zwanglos im Freien treffe. Tollkien hofft, dass sich die Kinder, die an der Wanderung teilnahmen, an das angenehme Gefühl des Singens und an den Verein erinnern.
Ansprache vom
Bürgermeister
Es gibt kein schlechtes
Wetter....
die Karawane zieht weiter,
die Sänger haben Durst
Altes Liedgut soll erhalten bleiben
Gesangverein "Eintracht" auf dem "Klangweg" unterwegs / Textblätter erleichtern das Mitsingen
NAUHEIM Bericht aus der Mainspitze von Detlev Volk
Der Aufruf des Gesangvereins "Eintracht" zum gemeinsamen Singen am "Klangweg" stieß auf überaus große Resonanz: Am Samstag scharten sich knapp 100 Bürger am Brunnen bei den Wildschweinskulpturen.
Statt zur Wanderung in den Mai hatte der Gesangverein in diesem Jahr einmal zum "Singen in den Mai" eingeladen, wie Vorsitzende Marianne Schnittler erklärte. Das erste Lied des Nachmittags war dann auch gleich "Der Mai ist gekommen". Die Idee war aus dem vereinsinternen "Arbeitskreis Musik" gekommen. "Das gemeinsame Adventssingen war gut angenommen worden und wir wollten das fortsetzen", ergänzt die neue Chorleiterin Silvia Tollkien.
Die "Eintracht" wolle sich mehr mit ihren Chören der Allgemeinheit öffnen. Der Chor solle nicht immer nur auf der Bühne etwas vorsingen, sondern die Nauheimer Bürger sollen mitsingen. "Nur so bleibt das Liedgut auch erhalten", sagte Tollkien.
Um aber ganz sicher zu gehen, hatte der Verein bei der Gemeinde Textblätter kopieren zu lassen - ohne Noten, denn die Melodien sind meistens noch gut bekannt. Aber am Text hapert es dann. Dies hatte die "Eintracht" mit ihren Textblättern ausgeschlossen, jeder konnte mitsingen.
Nach der Begrüßung durch Marianne Schnittler und Bürgermeister Ingo Waltz (SPD) am Brunnen wurden die ersten Lieder geschmettert. Für die nicht so ganz melodienfesten Sänger hatten sich Gerd und Fred Blöser zur "Eintracht" gesellt und unterstützten mit Saxophon und Handharmonika das Unternehmen.
Geht es nach der neuen Chorleiterin der "Eintracht", soll dieses gemeinsame Singen jetzt öfters in der Musikgemeinde stattfinden. Silvia Tollkien hofft beim nächsten Mal auf größere Unterstützung der Instrumentalisten. "Wir wollen gemeinsam musizieren und nicht nur Singen", beschreibt sie ihr Anliegen.
Nach den ersten Liedern zog der ganze Tross zur nächsten Station auf dem "Klangweg" weiter. An insgesamt sechs Stationen wurden ein paar Liedchen geträllert. Für die Verpflegung der Sängerinnen und Sänger war ein Leiterwagen gepackt und mit bunten Bändern geschmückt worden. Darin befanden sich auch Wasser, Apfelwein und Apfelsaft, um die Stimmen ölen zu können.
Das Liedgut ging den Sängern bei diesem Familienspaziergang mit Gesang jedenfalls nicht aus. Auf den Textblättern waren insgesamt 49 Liedtexte abgedruckt worden. Und das Motto des Tages dürfte die große Gruppe ebenfalls erreicht haben: "Bringen Sie mit uns den `Klangweg` zum Klingen", hatte die "Eintracht" gefordert.